Madagaskar – das Naturparadies und Trauminsel im indischen Ozean zieht jedes Jahr mehr Reisende in seinen Bann. Doch unliebsame Reisesouvenirs, wie Malaria und andere Infektionserkrankungen sind gerade in tropischen Breitengraden keine Seltenheit. Um sich und seine Lieben zu schützen, empfiehlt sich eine gewisse Prophylaxe zu betreiben. Wir nennen Euch die wichtigsten Impfungen und Gesundheitshinweise, die das Auswärtige Amt empfiehlt, damit einer unvergesslichen Zeit auf Madagaskar nichts im Wege steht:

Basis-Impfschutz

Bei direkten Einreise aus Deutschland sind keine Impfungen verpflichtend, jeder ist aber gut beraten seine Reise mit einem Impfpass auf aktuellem Stand anzutreten. Bei der Einreise oder Transitreisen z.B. Über Tansania, Äthiopien oder anderen Gelbfieberendemiegebiet ist für alle Reisenden älter als 9 Monate der Nachweis einer einmaligen Gelbfieberimpfung gefordert. Bei fehlendem Nachweis kann die Einreise verweigert werden. Am besten hält man seinen Impfpass gleich griffbereit mit seinen weiteren Reisedokumenten, wie Pass und Flugticket.

Das Auswärtige Amt rät dazu die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes anlässlich einer Reise zu prüfen und zu komplettieren.

Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen:

  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Diphtherie
  • Masern
  • Mumps und Röteln
  • Grippe (Influenza)
  • Pneumokokken

Als Reiseimpfungen gerade für längerfristige Aufenthalte werden empfohlen:

  • Hepatitis A und B
  • Polio (Kinderlähmung),
  • Tollwut
  • Typhus

Infektionskrankheiten auf Madagaskar, gegen die leider noch keine Impfung existiert

Dengue-Fieber

Das Dengue Fieber ist eine Geißel der gesamten Region. Dengue kann durch tagaktive Mücken übertragen werden. Wer unter Dengue leidet, hat in derRegel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen zu kämpfen. Zunehmend zeigen sich diese Symptome bei Reisende erst nach Ihrer Ankunft zu Hause.
Es existiert im Moment weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue. Also besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung einer Infektion in der konsequenten Anwendung von Mückenschutz (wie Sprays, Mückennetze, lange Bekleidung) um sich die kleinen Blutsauger vom Leib zu halten.

Chikungunya und andere seltene Erkrankungen, die Mücken übertragen können

Gelegentlichen, zumeist regional begrenzt bricht Chikungunya-Fieber, Rift-Valley-Fieber und West Nile-Fieber auf Madagaskar. Alle diese Erkrankungen werden durch Mücken übertragen. Auch hier gibt es noch keine spezifische Therapie der unterschiedlich schwer verlaufenen Erkrankungen – Konsequenter Mückenschutz ist also auch hier das probate Mittel um eine Ansteckung zu vermeiden.

Malaria

Wohl die berüchtigtste aller Tropenkrankheiten – übertragen durch den Stich der nachtaktiver Anopheles-Mücke. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria Tropica bei nicht-immunen Europäern häufig schwer bis tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nachdem man wieder zu Hause ist ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit sollte schnell ein Arzt mit dem Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet aufgesucht werden. Das Malariarisiko ist im Hochland (Antananarivo) sehr gering, nimmt in tiefer gelegenen Landesteilen deutlich zu. An der Küste ist das Ansteckungsrisiko am Höchsten.

Die gute Nachricht ist, es existiert eine Chemoprophylaxe, d.h. Es gibt Tabletten, die man vorsorglich gegen Malaria einnehmen kann. Zusätzlich ist Gin Tonic berühmt dafür, die Anopheles-Mücke auf Abstand zu halten und wird schon immer von Tropenreisenden als allabendliches „Hausmittel“ zur Malariaprophylaxe empfohlen.

Mückenschutz

Allen diesen Infektionserkrankungen kann man vorbeugen, durch einen gut geplanten und konsequenten Mückenschutz, wie

  • ganztägig (Chikungunya, Dengue) und nachts (Malaria) körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
  • ganztägig und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen (Hände, Ohren, Füße, Gesicht nicht vergessen)
  • unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.

Bakterielle Infektionskrankheiten

Durchfallerkrankungen und Cholera

Durch eine aufmerksame Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen. Wer sich insbesondere vor Cholera schützen möchte, sollte folgende Hinweise befolgen:

  • Nur Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, niemals Leitungswasser.
  • Im Notfall nur gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser trinken.
  • Auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen abgekochtes Wasser oder Trinkwasser benutzen.
  • Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder selber Schälen. Unbedingt Fliegen von Ihrer Nahrung fernhalten
  • So oft wie möglich mit Seife die Hände waschen, immer aber nach dem Toilettengang und immer vor dem Kochen und vor dem Essen.
  • Hände desinfizieren, wo angebracht, z.B. Mit Einmaltüchern

Cholera wird über unreines Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden klinischen Verlauf.
Eine Cholera-Impfung steht zur Verfügung. Sie erfordert eine zweimalige Schluckimpfung mit einem mindestens zweiwöchigen Vorlauf. Ob sie für einen empfehlenswert sein kann, sollte ein Arzt, am Besten ein Tropenmediziner vor Abreise beurteilen.

Pest

Die Pest – gibt es noch. Zumindest auf Madagaskar! Sie ist eine durch den Rattenfloh übertragene bakterielle Erkrankung, die bei rechtzeitiger Diagnosestellung heute zumeist behandelt werden kann. Die mit Abstand häufigste Form, die Beulenpest, tritt regelmäßig mit bis zu jährlich 500 Fällen in den Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga und Toamasina auf. Erkrankungszahlen steigen mit dem Beginn der Regenzeit (Oktober bis März), wenn sich Ratten in Menschennähe aufhalten und Rattenflöhe auf den Menschen, die unter einfachsten Bedingungen leben, übergehen. Das Infektionsrisiko wird vom Auswärtigen Amt für Reisende dennoch als äußerst gering eingestuft – und wird das Einhalten von Grundregeln der Prävention weiter verkleinert.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Eine Erkrankung an Schistosomiasis erfolgt manchmal beim Baden in Süßwassergewässern. Für die Bevölkerung besonders bei Reisanbau im gesamten Land (insbesondere im westlichen Tiefland mit den Provinzen Toliara und Mahajanga) ist die Krankheit ein Thema. Baden im offenen Süßwasser sollte als Tourist vorsichtshalber grundsätzlich unterlassen werden. Baden im Salzwasser ist hinsichtlich der Schistosomiasis kein Problem…

Was kreucht und fleucht – Gifttiere auf Madagaskar

In Madagaskar gibt es keine Giftschlangen. Allerdings kommen einige giftige Spinnen- und Skorpionarten und andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (z.B. auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßer, Frösche u.a.) vor. Wie überall in den Tropen gilt:

Vorsicht, wohin man greift, wohin man tritt und wohin man sich setzt oder legt!

Bettdecken und Kleidungsstücke erst ausschütteln und auch ein prüfender Blich in die Schuhe vorm Reinschlüpfen kann schmerzhafte Begegnungen mit der Fauna vermeiden.

Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben.

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