China hat für jeden etwas zu bieten – Megametropolen wie Shanghai und Peking, kulturelle Highlights wie die verbotene Stadt, die Große Mauer, Paläste, Klöster und die Terrakotta-Armee. Aber auch Kreuzfahrten entlang des majestätischen Yangtze-Flusses, das spirituelle Tibet und die frühere britische Kronkolonie Hong Kong. Die Liste ist lang und eine Reiseroute, die möglichst viele der Highlights umfasst, muss daher sehr gut vorbereitet sein und Gleiches gilt auch für medizinische Vorsorge. Welche Impfungen brauche ich vor meiner China Reise? Gibt es Impfungen, die absolut verpflichtend sind und unbedingt gemacht werden müssen? Auf diese Fragen möchten wir auf dieser Seite genauestens eingehen!

Pflichtimpfungen

Es gibt zur Zeit keine vorgeschriebenen Pflichtimpfungen für die Einreise nach China aus Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Das Auswärtige Amt empfiehlt allerdings, die Standardimpfungen gemäss aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu prüfen und gegebenfalls zu vervollständigen.

Dazu gehören auch für Erwachsene:

    • Tetanus-Impfung
    • Diphtherie-Impfung
    • Polio-Impfung
    • Impfung gegen Pertussis (Keuchhusten)
    • Impfung gegen Hepatitis A
    • Impfung gegen Hepatitis B – empfohlen bei Aufenthalten über drei Monate oder engen sozialen Kontakten.
    • Tollwut – nur bei besonderer Gefährdung, z.B. bei Trekkingreisen, Aufenthalten in ländlichen Gebieten etc.
    • Typhus – empfohlen nur bei besonderer Gefährdung, z.B. durch Aufenthalte in ländlichen Gebieten, Jagd und mangelhaften hygienischen Verhältnissen
    • Mumps, Masern Röteln – vor allem für Kinder empfohlen
    • Influenza – für Risikogruppen empfohlen
    • Pneumokokken – empfohlen für Reisende über 60

Eine weitere Impfung die nicht zu den Standardimpfungen gehört aber bei Reisen von über 2 Wochen oder in ländliche Gebiete empfohlen wird ist die Impfung gegen die Japanische Enzephalitis. Es ist eine Virusinfektion des Gehirns die durch Mückenstiche übertragen wird. Die meisten Fälle treten in der warmen Jahreszeit von April bis Oktober vor allem in der östlichen Landeshälfte auf.
Eine wirksame Prophylaxemassnahme ist neben der Impfung ein sorgfältiger Schutz vor Mückenstichen.

Schutz vor Mückenstichen – hierbei können euch Impfungen nur kaum helfen

Der Schutz vor Mückenstichen ist bei Reisen in China eklatant wichtig, da eine Reihe von gefährlichen Krankheiten durch Mücken übertragen werden. Je weniger Stiche desto geringer das Infektionsrisiko. Deshalb sollte auf alle Fälle:

    • hochwirksamer Mückenschutz in Form von Lotionen, Sprays oder Creme verwendet werden
    • unter Moskitonetzen geschlafen werden
    • langärmelbge Kleidung getragen werden, die den ganzen Körper bedeckt. In Risikogebieten sollte zusätzlich imprägnierte oder stichfeste Kleidung getragen werden
    • Besonders bei Trekkingreisen sollte auch ein Schlafsack mit Schlaf-Inlett als Insektenschutz verwendet werden

Weitere Krankheiten die durch Mückenstiche übertragen werden

Malaria

China ist ein Malarialand. Für Reisende besteht ein saisonales sowie ein regionales Infektionsrisiko. Deshalb sollte die Malariaprophylaxe der Reisezeit und Reiseroute angepasst werden. In den meisten Fällen ist eine Malariaimpfung oder die Mitnahme eines Notfallmedikamentes nicht notwendig. Auf alle Fälle sollte aber der Schutz vor Mückenstichen sehr ernst genommen werden.

Dengue-Fieber
Auch das Dengue-Fieber wird durch Mücken übertragen. Ein saisonales Infektionsrisiko besteht besonders im Sommer während und nach dem Monsun von April bis Oktober und in den südlichen Küstenregionen und Landesteilen (Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan, Yunnan).

Weitere Infektions- und Krankeitsrisiken

Gelbfieberländer

Bei Einreisen aus einem Gelbfieberinfektionsgebiet (Afrika oder Südamerika) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung Pflicht

Vogelgrippe (aviäre Influenza)
Übertragen wird die Vogelgrippe durch direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel. Bei Reisen nach China wird deshalb von dem Besuch von Geflügelmärkten, dem Kontakt zu lebendem Geflügel und deren Ausscheidungen und der eigenen Zubereitung von frischen Geflügelprodukten abgeraten werden. Reisende aus betroffenen Gebieten, die innerhalb von 10 Tagen nach Rückkehr Atemwegsbeschwerden und Fieber entwickeln, sollten dringend einen Arzt aufsuchen

Tollwut
Tollwut ist die Infektionskrankheit, die landesweit die dritthöchste Zahl an Totesfällen verzeichnet. Sie tritt besonders in ländlichen und südlichen Landesteilen auf

Schistosomiasis (Bilharziose)
Die Gefahr der Übertragung von Schistosomiasis besteht beim Baden in Süsswassergewässern vor allem in den zentralen und östlichen Landesteilen, entlang des Yangtze und im mittleren Südwesten. Baden im offenen Süßwasser sollte daher grundsätzlich unterlassen werden.

Höhenkrankheit
Bei Aufstiegen in Höhen über 2.500m kann die Höhenkrankheit einsetzen. Ein langsamer Aufstieg in die Höhe (nicht mehr als 500 Höhenmeter pro Tag) und Pausen in der Höhe können der Erkrankung vorbeugen. Ein Abstieg auf unter  2000m ist bei Erkrankung notwendig.

Durchfallerkrankungen
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Lebensmittel und Wasser sollten grundsätzlich selbst abgekocht werden sowie häufiges Händewaschen gehören zu den Grundregeln

Beratung vor Reiseantritt – welche Impfung brauche ich wirklich?

China ist ein großes Land mit einer unglaublichen Vielfalt von Aktivitäten. Daher kommen je nach Reiseroute und Reisezeit möglicherweise weitere Impfungen und Vorsorgemassnahmen in Frage. Darüber hinaus ist auch der Gesundheitszustand der Reisenden und deren Alter entscheidend. Eine individuelle reisemedizinische Beratung sollte daher mindestens sechs Wochen vor der geplanten Reise erfolgen, damit sinnvolle und erforderliche Impfungen rechtzeitig durchgeführt werden können.

Reiseapotheke – das solltet ihr auf eurer Reise mit an Bord haben!

Auch die Reiseapotheke sollte vor der Reise mit einem Arzt besprochen werden. Häufige Reise-Erkrankungen und kleinere Verletzungen können auf Reisen mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke selbst behandelt werden. So empfehlen sich auf jeden Fall wirksamer Mückenschutz, Mittel gegen Fieber, Schmerzen und Durchfall, Desinfektionsmittel, Pflaster und Verbandsmaterial sowie Sonnenschutzmittel.

Die medizinische Versorgung ist nicht vergleichbar mit der in Europa!

In China gibt es kein System niedergelassener Ärzte. Die Krankenversorgung konzentriert sich auf die Krankenhäuser, die in den grossen Städten sehr gut ausgestattet sind. Auf dem Land kann die Versorgung dagegen noch sehr einfach sein. Die Hygiene entspricht nicht immer den europäischen Vorstellungen. Das Hauptproblem stellt für Ausländer aber die Sprachbarriere und die andere medizinische Kultur dar. Eine Verständigung ohne chinesische Sprachkenntnisse kann sich mangels Englisch sprechenden medizinischen Personals sehr schwierig gestalten. Ein ausreichender, auch für China gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.

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