Peru ist eines der vielfältigsten Länder in ganz Südamerika. Auf einer Fläche, die dreimal so gross ist wie Deutschland, finden sich die unterschiedlichsten Klimazonen. Vom Amazonasgebiet über die Anden bis zur Pazifikküste ergiesst sich ein schier unbegrenzter Reichtum an Landschaften. Ob im Regenwald, im Hochland oder in der Wüste: überall finden sich spannende Attraktionen und Aktivitäten, die eine Reise nach Peru zu einem einzigartigen Erlebnis werden lassen.

Machu Picchu ist die wohl berühmteste Ruinenstadt der Welt. Die ehemalige Hauptstadt des Inkareiches liegt auf 2.430 Meter Höhe in der Region Cuyco. Man kann sie über den berühmten Inka Trail erreichen. Er erstreckt sich über 43 Kilometer und führt an der sagenumwobene Zitadelle Cuzcon und den Ruinen von Llactapata vorbei. Belohnt wird der physische Aufwand mit atemberaubenden Bergpanoramen und mystischen Nebelwäldern.

Aber gerade diese Abenteuer im Regenwald müssen aus medizinischer Sicht gut vorbereitet werden.

Impfvorschriften

Zur Zeit bestehen keine Vorschriften für Pflichtimpfungen bei einer Direkteinreise aus Europa. Eine Gelbfieberimpfung kann aber verlangt werden bei einer Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. einem der Nachbarländer Perus, außer Chile) oder bei geplanten Reisen ins Amazonasgebiet.

Schutz vor Krankheiten die von Mücken übertragen werden

In der Region wird aktuell eine deutliche Zunahme von Infektionen durch das Zika-Virus beobachtet. Dieses Virus wird von Mücken übertragen und stellt besonders für ungeborene Kinder eine Gefahr dar. Eine Impfung, Prophylaxe oder spezifische Therapie stehen gitb es nicht.

Schwangeren und Frauen, die eine Schwangerschaft planen, ist daher von Reisen in Gebiete mit Zika-Virus Ausbrüchen dringend abzuraten, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion gegeben ist.

Wenn Reisen unvermeidbar sind sollte man zu jeder Zeit weitreichende Schutzmassnahmen gegen Mückenstiche ergreifen, um eine Infektion zu vermeiden.

Weitere Krankheiten bei denen eine Infektionen über Mückenstiche erfolgt sind:

  • Dengue-Fieber – Der Virus wird duch tagaktive Mücken übertragen. Die Symptome sind Fieber, Hautausschlag und Gliederschmerzen
  • Gelbfieber – Die Krankkeit wird von Mücken übertragen. Betroffen sind vorallem Gebiete unter 2.300 Metern
  • Chikungunya Fieber – Der Virus wird durch Aedes-Mücken übertragen und der Krankeitsverlauf ähnelt dem des Denguefiebers
  • Leishmaniasis – Die einzelligen Parasiten werden von Mücken übertragen
  • Oropuche-Fieber – Das Virus wird ebenfalls von Mücken übertragen und der Krankheitsverlauf ähnelt ebenfalls dem des Dengue-Fiebers
  • Malaria – Die Übertragung erfolgt durch die Anopheles-Mücken, die vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Betroffen sind vor allem die Grenzgebiete zu Ecuador, Kolumbien, Brasilien und Bolivien. Ein geringes Risiko gilt im ganzen Land für Gebiete unter 2.000 Meter Höhe und Lima, Cuzco, Machu Picchu Ayacucho, das Andenhochland und die Küsten von Lima, Ica und Nazca.

Um sich vor Infektionen mit diesen Krankheiten deren Erreger alle durch Mücken übertragen werden, zu schützen sollte man folgende Schutzmassnahmen ergreifen:

  • Langärmelige und helle Kleidung tragen, die den ganzen Körper bedeckt (lange Hosen, lange Hemden)
  • ganztägig Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen auftragen – Sprays, Cremes und Lotionen
  • unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen

Empfohlene Impfungen

Auch wenn es für Peru keine Pflichtimpfungen gibt, sollten Erwachsene doch folgende Standardimpfungen haben um Infektionen und Krankheiten vorzubeugen

  • Tetanus
  • Polio
  • Diphtherie
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Mumps
  • Masern
  • Röteln
  • Pneumokokken
  • Influenza

Als Reiseimpfungen wird zusätzlich zu folgenden Impfungen geraten

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B (bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition)
  • Tollwut (in Peru nicht nur bei Hunden sondern auch bei Fledermäusen weit verbreitet)
  • Typhus (speziell bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten)

Verbreitete Krankheiten

Es gibt in Peru eine Reihe weit verbreiteter Krankheiten die die Reise schnell ruinieren können, gegen die man aber Vorsichtsmassnahmen treffen kann:

Durchfallerkrankungen
Leider sind Touristen sehr anfällig dafür aber mit entsprechender Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Erkrankungen vermeiden. Folgende Tips sollte man immer beachten

  • Kein Leitungswasser. Wasser sollte ausschließlich als Flaschenwasser mit Kohlensäure getrunken werden. Im Notfall kann auch gefiltertes, desinfiziertes und abgekochtes Wasser benutzt werden
  • Auch Geschirrspülen und Zähneputzen nur mit Trinkwasser
  • Nahrungsmittel immer kochen oder selber schälen
  • Fliegen von Lebensmitteln fernhalten
  • Häufiges Händewaschen mit Seife die Hände. Vorallem aber nach jedem Toilettengang, vor dem Kochen und Essen
  • Händedesinfektion mit Einmalhandtücher

Höhenkrankheit

(„Soroche“)
 Eine Krankheit die in Lagen über 2500 Meter häufig vorkommt und in einigen Fällen lebensgefährlich sein kann. Verursacht wird die Krankheit durch zu schnellen Aufstieg in die Höhe, sie tritt meist allerdings erst nach 24 Stunden oder längerem Aufenthalt in der Höhe in Erscheinung. Zu den Warnsymptome gehören Schlafstörungen, Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen und zunehmende Luftnot. Sollten die Symptome auch nach einer Pause bzw. einer Übernachtung, noch vorhanden sein ist dringend zu einem Abstieg unter eine Höhe von 2.000 Metern zu raten. Betroffen können Reisende jeden Alters sein. Das Höhenfieber kommt nicht nur bei Bergsteigern sondern auch bei Flugreisen nach Cusco oder Puno vor.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung in Peru ist im privaten Sektor vor allem in Lima auf international hohem Standard. Das gilt leider nicht für den öffentliche Sektor der aufgrund mangelnder Ressourcen insbesondere in ländlichen Regionen überfordert ist.

Krankenversicherung

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen. Ausserdem sollte man sich ausreichend lange vor Reiseantritt durch einen Tropen- oder Reisemediziner beraten lassen.

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